Aufsättigung

Aufgrund der vorliegenden Symptome und von Blutwerten muss zuerst die notwendige Eisendosis individuell berechnet werden. Dazu sind das Hämoglobin, Ferritin, Transferrin und die löslichen Transferrinrezeptoren zu bestimmen.

Nach der Dosisberechnung muss festgelegt werden, welches Eisenpräparat sich für jeden Patienten am besten bewährt. Dabei müssen Erfolgsquoten, Risiken und Kosten gegeneinander abgewogen werden. Dabei dienen als Grundlage die SIHO-Richtlinien.

Die SIHO empfiehlt bei Patienten mit einem Eisenmangelsyndrom IDS Einzeldosen zu 200 mg Eisensaccharose. Bei Patienten mit einer Eisenmangelanämie sind Hochdosen von 500 mg Eisencarboxymaltose wahrscheinlich zu verantworten.

Behandlungen mit 200 mg Eisensaccharose pro Infusion (IDS) – verdünnt in 100 ml NaCl während 30 Minuten

Zwei Infusionen pro Woche bis zum Erreichen der berechneten Gesamtdosis. Erste Therapiekontrolle zwei Wochen nach der letzten Infusion.

Behandlungen mit 500 mg Eisencarboxymaltose pro Infusion (IDA) – verdünnt in 100 ml NaCl während 30 Minuten

Eine Infusion pro Woche bis zum Erreichen der berechneten Gesamtdosis. Erste Therapiekontrolle drei Wochen nach der letzten Infusion.


Können Eisen-Hochdosen (500 mg) gefährlich sein?

Einige Gründe könnten dafür sprechen.

Das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic warnt  seit 2010 vor Eisen-Hochdosen, weil signifikant mehr Nebenwirkungen gemeldet wurden.

Die Swiss Iron Health Organisation SIHO führt eine Qualitätskontrolle der Behandlungen in den Ärztlichen Eisenzentren durch. Es hat sich gezeigt, dass die Nebenwirkungsrate von der Dosis abhängt. Während nach moderaten Dosierungen von 200 mg Eisensacchaose nur bei 1.2% der Patienten Nebenwirkungen auftraten, waren es nach Hoch-Dosierungen von Eisencarboxymalose signifikant mehr, nämlich 3.4%.

Seit dem Todesfall nach einer Eisen-Hochdosis im Mai 2013 in der Schweiz nach Rienso ist die SIHO besorgt. Sie stellt die Sicherheit von Eisen-Hochdosen vorübergehend in Frage. Und zwar solange, bis sie geklärt ist. War die Eisen-Hochdosis verantwortlich für den Todesfall oder die Trägersubstanz? Oder gibt es einen anderen Grund? Die SIHO wartet auf die notwendige Stellungnahme von Swissmedic.

Seit der Warnung der Deutschen und Schweizer Behörden ist besondere Vorsicht angezeigt. Die Behörden sind 2013 auf die SIHO-Richtlinien eingeschwenkt.