Therapiekontrollen

Therapiekontrollen haben eine zentrale Bedeutung für nachhaltig erfolgreiche, sichere und kosteneffiziente Behandlungen von Eisenmangel.

Grundlage

Die Eisenkonzentration des menschlichen Körpers wird von der Schulmedizin als normal definiert, wenn der Ferritinwert zwischen 10 und 400 ng/ml liegt. Also muss man davon ausgehen, dass eine Konzentration von 400 ng/ml einer Sättigung von 100% entspricht. Die Leber als hauptsächlichstes Eisen-Speicherorgan wird erst bei einem Ferritinwert über 1000 ng/ml (250%) überfordert, was zu einer Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) führen kann.

Der Ferritinwert von Männern liegt im Durschnitt bei 200 ng/ml – ihre Eisensättigung liegt also bei 50%.

Bei Frauen im Menstruationsalter sieht es anders aus: ihr Ferritinwert liegt wegen der Regelblutung meistens unter 50 ng/ml, einem Wert, der einer Eisenkonzentration von 12.5% entspricht. Viele von ihnen leiden an Eisenmangelsymptomen.

Der Ferritinwert der meisten Kinder liegt ebenfalls unter 50 ng/ml – infolge des wachstumsbedingten Mehrbedarfs. Der Ferritinwert praktisch aller AD(H)S-Kinder liegt unter 50 ng/ml

Die 15-jährige Evidenz basierte Erfahrung der SIHO zeigt:

Es gibt Menschen, die sich bei einem Ferritinwert unter 50 ng/ml gesund fühlen. Andere aber leiden bei dieser Eisenkonzentration unter typischen Mangelsymptomen. Die SIHO kann nur Auskunft geben über diejenigen Patienten, die sich wegen Eisenmangelsymptomen bei einem tiefen Ferritinwert in den Ärztlichen Eisenzentren behandeln liessen.

Dabei stellt sich eindeutig heraus:

Der optimale Zielwert für Ferritin nach einer Behandlung liegt bei 200 ng/ml (einer 50%-igen, „männlichen“ Konzentration).

(Dabei muss eine 40 %-ige überhöhte Disproportionalität nach Eisen-Hochdosen mitberücksichtigt werden)

Bei der Mehrheit der Behandelten treten erste Rückfallsymptome auf, wenn der Ferritinwert wieder unter 100 ng/ml sinkt.

Aufgrund der statitisch auswertbaren Daten scheint der Optimalbereich vieler Menschen bei einem Ferritinwert zwischen 100 und 200 ng/ml zu liegen (Eisenkonzentration zwischen 25 und 50 %).

Durchschnitts-Optimalbereich für Ferritin: 100 – 200 ng/ml

Die SIHO will nicht den Eindruck erwecken, dass alle Menschen über eine solche Eisenkonzentration verfügen müssen. Die Statistik der erfolgreich Behandelten besagt aber, dass die meisten dann wieder eine Erhaltungsdosis an Eisen benötigen, wenn ihr Ferritinwert unter 100 ng/ml sinkt.

Der Optimalbereich ist individuell verschieden. Bei oben genannten Bereich (100 – 200 ng/ml) handelt es sich lediglich um einen Durchschnittsbereich.

Primäres Therapieziel

Das primäre Therapieziel ist demzufolge, innerhalb von vier Wochen einen Ferritinwert von 200 ng/ml zu erreichen, ohne jemals in einen toxischen Bereich zu geraten. Zwei Wochen nach der letzten Infusion muss dazu eine erste Therapiekontrolle durchgeführt werden.

Therapie-Erhaltungsziel

Die Mehrheit der in den Ärztlichen Eisenzentren derart Behandelten profitiert von den individuell dosierten Eisengaben. Bei den meisten treten erste Rückfallsymptome auf, wenn der Ferritinwert wieder unter 100 ng/ml sinkt.

Aufgrund einer zweiten (drei Monate nach der ersten Nachkontrolle) und weiteren Nachkontrollen können Arzt und Patient gemeinsam festlegen, unter welchem Ferritinwert die Mangelsymptome wieder zu erscheinen beginnen. Dieser gemeinsam definierte Ferritin-Schwellenwert ist die Basis für die Planung und Berechnung der Erhaltungstherapie.

Entscheidend für eine massgeschneiderte Therapie ist die Kenntnis, bei welcher ungefährlichen Eisenkonzentration ein Mensch ohne Mangelsymptome leben kann. Dazu bedarf es der Kenntnis sowohl der Ferritinwerte als auch der Symptome bzw. deren Verschwinden nach individuell dosierten und  kontrollierten Eisenbehandlungen (Personalized Health Care der SIHO).