Eisenmangel

Das Eisenmangelsyndrom wurde zwar schon 1957 von der Universität Innsbruck erstmals beschrieben und 1971 von der Universität Berlin bestätigt. Allerdings konnte sich seine Erkenntnis in der Schulmedizin nicht durchsetzen – in der irrigen Meinung, Eisenmangel sei erst beim Auftreten einer Anämie manifest.

Erst seit seiner Wiederentdeckung in der Schweiz gelang es, sowohl Ärzte als auch Patienten für dieses Frühstadium von Eisenmangel zu sensibilisieren.

88% der Schweizer Eisenmangelpatienten leiden am Frühstadium des Eisenmangelsyndroms IDS (Iron Deficiency Syndrome). Wenn sie nicht behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sie im Laufe der Zeit das Spätstadium der Eisenmangelanämie IDA entwickeln (Iron Deficiency Anemia). 12% der Schweizer Eisenmangelpatienten leiden bereits an einer Anämie. Dieses Verhältnis liegt wahrscheinlich auch in Deutschland vor.

(In Ländern mit Mangelernährung leidet die Mehrheit der Eisenmangelpatienten am Spätstadium der IDA).

Typische Symptome sind chronische Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, psychische Labilität bis zu depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Schwindel, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Haarausfall, Nagelbrüchigkeit und Restless Legs. Diese Symptome galten bisher als unspezifisch. Durch die Definition des Eisenmangelsyndroms haben sie einen spezifischen Rahmen erhalten.

Bei einer Eisenmangelanämie können zusätzlich Atemnot, beschleunigter Puls sowie eine Blässe erscheinen.

Patienten mit Eisenmangelsymptomen sind bei Ärzten aller Fachrichtungen anzutreffen. Sowohl Internisten, als auch Gynäkologen, Kinderärzte, Psychiater, Neurologen oder Rheumatologen müssen auf solche Symptome aufmerksam werden und in der Lage sein, den Eisenstoffwechsel mittels geeigneter Blutproben zu analysieren und ihre Patienten fachgerecht zu behandeln.