Eisenmangel-Erschöpfung

Viele chronisch erschöpfte Menschn fühlen sich „ausgebrannt“, „ausgelaugt“, „fertig auf dem Docht“  oder „mit leerem Akku“ – alle diese Schlagworte kennen wir aus unserem stressenden Alltag. Sie sind nicht unbedingt für die Aufnahme in medizinische Wörterbücher geeignet. Auf Englisch jedoch hört sich dasselbe ganz seriös an. Als Burnout-Syndrom ist es dann unter Medizinern nicht nur salonfähig, sondern fungiert sogar ernsthaft als Diagnose. Die Patienten merken in der Regel gar nicht, dass sie – wie meist auch bei der Schlafstörung – mit der eigenen Beschreibung ihrer Beschwerden diese Diagnose selbst gestellt haben. Bedient sich der Arzt, weil auch er nicht viel mehr darüber weiß, doch nur einer fachsprachlichen Übersetzung.

Da wahrscheinlich über 50 Prozent aller Burnout-Patienten einen Eisenmangel aufweisen, sollte bei diesem Krankheitsbild vor weiteren Therapieversuchen immer erst der Ferritinwert gemessen – also der Füllungszustand der Eisenspeicher bestimmt werden. Und im Fall eines Defizits gilt auch hier: in erster Linie Eisen geben!  Denn:

Wenn ein Patient mit einem Burnout-Syndrom und gleichzeitig leeren Eisenspeichern durch eine Eisensubstitution von seinen Beschwerden befreit wird, dann litt er zuvor an einem Eisenmangel-Burnout-Syndrom.

So einfach, wie sich das hier liest, ist es allerdings nur selten. Die Faktoren, die zum Gefühl eines „Ausgebrannt-Seins“ geführt haben, sind meistens vielfältiger Natur. Ihnen sollte der behandelnde Arzt auf jeden Fall nachgehen, um sie nach Möglichkeit auszuschalten. Erwiesen hat sich aber: Bestand ein Eisenmangel, dann kann eine Substitution in vielen Fällen zu einer höheren Belastbarkeit und zu mehr Motivation im Alltag führen. Hat der Betreffende gefüllte Eisenspeicher, so unsere Erfahrung, dann kann er den Unerfreulichkeiten und Herausforderungen des Lebens weit besser die Stirn bieten, ohne dabei „auszubrennen“. (Analoge Überlegungen sind dann sicherlich auch bei den reaktiven Depressionen nicht von der Hand zu weisen.)

Chronische Erschöpfungszustände bei Patienten mit einem Ferritinwert unter 75 ng/ml verschwinden bei den meisten, wenn dieser Wert künftig zwischen 200-100 ng/ml liegt.

Diese litten offensichtlich an einer Eisenmangel-Erschöpfung.