Eisenmangel-Schlafstörungen IDI

Schlafstörungen sind recht häufig. Oft schaffen wir es nicht, die Sorgen des Tages beim Zubettgehen einfach zu vergessen. Die Gedanken kreisen weiter und lassen uns keinen Schlaf finden. Oder wir erwachen zu mitternächtlicher Stunde und denken sofort wieder an das ungelöste Problem. Wahrscheinlich hat jeder von uns solche Nächte schon erlebt. Es handelt sich um ein normales Phänomen.

Nicht mehr normal ist es allerdings, wenn sich dieses Muster Nacht für Nacht und gar für lange Zeit wiederholt. Besonders dann, wenn uns überhaupt keine ernsten Probleme bedrücken, wir aber trotzdem nicht oder nur schlecht schlafen können.

Dann sagt uns der Arzt, den wir deshalb aufsuchen, was wir ohnehin schon wissen: Sie leiden an einer Schlafstörung. Mitunter wird sogar die Diagnose Insomnie (Schlaflosigkeit) gestellt.

Abgesehen von belastenden Umständen, von anhaltenden Schmerzen, von seltenen organischen Krankheiten (wie beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion) oder auch von einer bestimmten Symptomatik der Depression sind in der medizinischen Wissenschaft die physiologischen Ursachen, welche zu Schlafstörungen führen oder sie zumindest verstärken können, bislang wenig oder gar nicht bekannt bzw. nicht erforscht.

Deshalb trifft man in der Therapie dieser Störung noch immer mehr oder minder auf ein Probieren. Die übliche Gabe von Schlafmitteln ist dabei auf jeden Fall nicht kurativ, d. h. sie vermag das beklagte Symptom nicht wirklich zu heilen. Ist sie doch meist nur eine momentane, künstliche Schlafhilfe, die bei längerer Anwendung sogar zu einer Abhängigkeit führen und in den allermeisten Fällen die Qualität des natürlichen Schlafs nicht gewährleisten kann.

Unsere gut dokumentierten Praxis-Erfahrungen besagen aber: Viele Patienten mit Schlafstörungen weisen leere oder fast leere Eisenspeicher auf. Deshalb ist in diesen Fällen zunächst eine Substitutionstherapie angezeigt. Verschwinden  nach einer Aufsättigung die Beschwerden, dann ist davon auszugehen, dass die eigentliche Ursache für die Schlafstörung ein Eisenmangel war (Iron Deficiency Insomnia IDI).

Hinzugefügt werden muss noch Folgendes: Wie im Kapitel „Funktionen von Eisen“ schon erwähnt, spielt Eisen allgemein eine wichtige Rolle in der Hormonbildung. Wer nach einer Eisenbehandlung geheilt ist, dessen Organismus  scheint auch wieder genügend Schlafhormone zu produzieren. Immerhin sind die Hormone Melatonin und DSIP (Delta-Sleep inducing peptide) wesentlich für den Schlafrhythmus und den Tiefschlaf verantwortlich, weshalb ein Mangel daran sowohl zu Ein- als auch zu Durchschlafstörungen führen kann.

Schlafstörungen bei Patienten mit einem Ferritinwert unter 75 ng/ml verschwinden bei den meisten, wenn dieser Wert künftig zwischen 200-100 ng/ml liegt.

Diese litten offensichtlich an Eisenmangel-Schlafstörungen.