Aufgaben der SIHO

Aufgaben der SIHO:

  • Erforschung des Eisenmangels
  • Nutzbarmachung der Resultate mit möglichst hoher Qualität, Sicherheit und Kosteneffiizienz unter Supervision der SIHO (www.eisenzentrum.org)
  • Qualitätskontrolle der Behandlungen (Clinical Benchmarking) gemäss Empfehlungen von swissHTA)
  • Aus– und Weiterbildung (www.eisenworkshop.org)

Je nach Erfordernis treten diverse konkrete Aufgaben in den Vordergrund, beispielsweise dann, wenn gewissen Krankenkassen die notwendigen Behandlungen nicht bezahlen, die Ferritinwerte nicht einheitlich gemessen oder die Behörden pauschal vor Eiseninfusionen warnen.

Die Swiss Iron Health Organisation SIHO, eine Fachvereinigung von Ärzten, erforscht die häufigste globale Volkskrankheit: Eisenmangel. Zur Nutzbarmachung der guten Resultate wurde ein Netzwerk von ausgebildeten Ärztlichen Eisenzentren gegründet. (www.eisenzentrum.org).

Eisenbehandlungen müssen bei denjenigen Patienten durchgeführt werden, die wirklich Eisen brauchen. Dabei ist es sehr wichtig, die fehlende Eisenmenge zu berechnen, damit individuell korrekt dosiert werden kann. Die erforderlichen Nachkontrollen dienen einerseits dazu, den Therapieerfolg zu dokumentieren um im Falle eines Therapieversagens weitere Abklärung durchzuführen, damit weitere ursachenbezogene Behandlungen eingeleitet werden können. (Bei 14% der behandelten Eisenmangelpatienten ergibt sich keine Veränderung der Symptome). Im Falle eines Therapîeerfolges, wie es mehrheitlich Tatsache ist, kann aufgrund der Nachkontrollen die Erhaltungstherapie berechnet werden.

Die SIHO überwacht die Behandlungen bezüglich Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz mit ihrer Internet-Gesundheitsdatenbank Health Banking. Die Behandlungen in den Ärztlichen Eisenzentren erfüllen die national geforderten,  WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit).

 

Aktuelle Spezialthemen der SIHO 

Abtrünnige Schweizer Krankenkasse Atupri

Etwa 90% der in den Ärztlichen Eisenzentren behandelten Eisenmangelpatienten sind Frauen im Menstruationsalter oder Kinder. In der Schweiz gibt es eine Krankenkasse (Atupri), die willkürlich einen Schwellen-Ferritinwert von 30 ng/ml definiert hat. Sie bezahlt Behandlungen nur bei solchen Patienten, deren Wert tiefer liegt. Die anderen müssen selbst bezahlen. Eine solche Diskriminierung von Patienten wird von der SIHO nicht geduldet.

Das Problem wurde auch im Schweizer Parlament 2012 thematisiert. Auf eine Interpellation von Nationalrätin Bea Heim hat Bundesrat Alain Berset unmissverständlich geantwortet: „Die Krankenversicherer haben keine Kompetenz, Ferritinwerte festzulegen“.

Unterschiedliche Laborresultate

Es gibt verschiedene Messmethoden für die Bestimmung des Ferritinwerts aus dem Blut. Dadurch werden von den verschiedenen Laboratorien bis zu 70% unterschiedliche Resultate abgegeben – je nach Messmethode,

Dieses Problem beeinträchtigt die Qualität in der Behandlung von Eisenmangelpatienten.

Auch dieses Problem wurde im Parlament thematisiert und von Bundesrat Alain Berset zusammengefasst. „Eine Vergleichbarkeit der Messwerte, die an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Methoden gemacht wurden, kann zur Verbesserung der Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung beitragen. Mittelfristig ist darauf hinzuarvbeiten, dass die Messtechnik universell vergleichbare Messwerte liefert. Zurzeit fehlt jedoch eine international akzeptierte Referenzmethode, um prioritäre Messmethoden verschiedener Hersteller zu harmonisieren“.

Die SIHO hat dazu im September 2011 den ersten Gold-Standard gesetzt.

Warnung durch die Behörden und Vifor Pharma

Im Oktober 2013 warnte die Deutsche Zulassungsbehörde BfArM vor möglichen allergischen Reationen durch Eiseninfusionen. Im Dezember 2013 doppelten die Schweizer Zulassungsbehörde Swissmedic und die  die Schweizer Herstellerfirma von Eisenpräparaten Vifor Pharma nach. Vifor Pharma versandte an alle Schweizer Ärzte einen Warnbrief. Es wird dabei allerdings darauf hingewiesen, dass durch Eisencarboxymaltose (Ferinject) häufiger allergische Zwischenfälle auftreten als nach Eisensaccharose (Venofer, Fermed).

Zur Optimierung von Diagnostik, Therapie und Kosteneffizienz unter Minimierung des Sicherheitsrisikos führt die SIHO eine Ausbildung für interessierte Ärzte durch.