Medienmitteilung vom 7.8.2019: Offener an den Bundesrat

Ne laisser personne de côté

Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset

Es beelendet uns, wie viele humanitäre und medizinische Baustellen und Krisen die Welt auch 2019 noch hat. Aber es stimmt uns zuversichtlich, in Ihnen ein Regierungsmitglied und einen Gesundheitsminister zu erkennen, der sich der Menschlichkeit reell verpflichtet fühlt. Dass Sie im vergangenen Mai anlässlich der Weltgesundheitsversammlung in Genf die Debatten unter ein einziges Ziel gestellt haben: Alle nötigen Massnahmen ergreifen, um keinen einzigen Menschen zurückzulassen. Dass Sie sich “als Gleichstellungsminister und Mann“ für den Willen und in der Konsequenz die Massnahmen aussprechen, die — endlich — zur Gleichstellung von Frauen im In- und Ausland führen, wie Sie das schon im März in New York anlässlich der Sitzung der Kommission für die Stellung der Frau eindrücklich zum Ausdruck gebracht haben.

Wie Sie wissen, ist die Schweiz in der Diagnostik und Therapie von Eisenmangel führend. Einem gesundheitlichen Problemfeld, von dem praktisch ausschliesslich Frauen und Kinder betroffen sind; die Symptome reichen von Erschöpfungszuständen, Konzentrationsstörungen, Lustlosigkeit über depressive Verstimmung bis zu Schwindel, Schlafstörungen, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Haarausfall oder Blutarmut; bei Kindern auch ADS.

Seit nunmehr über 20 Jahren steht das Schweizer Eisensystem auf solidem Grund. Nicht zuletzt dank der Krankenkassenpflicht, die zu geringeren Kosten gesündere Menschen hervorbringt als die teure alternative  Gangart mit unnötigen Abklärungen, falschen Behandlungen und oft sogar falscher Psychiatrisierung.

Damit ist es höchste Zeit, auch andere Länder an Helvetias Pionierleistung teilhaben zu lassen. Entwickeln wir kurz eine Vision: Das Schweizer Eisensystem wird globalisiert. Wird — mit Unterstützung der Schweizer Regierung und im Geist von Henry Dunant — zum weltweiten aktiven Vorbild und bringt Frauen und Kindern rund um den Erdball Linderung und Gesundheit in beispielloser Breite.

Für die SIHO steht fest: Frauen und Kinder mit Eisenmangel haben nicht nur in der Schweiz ein Recht auf Gesundheit durch Eisen.

Schliesst sich die Schweizer Regierung dieser Haltung an? Wir laden Sie und die übrigen Bundesrätinnen und Bundesräte dazu ein, mit uns gemeinsam diesen Schritt zu tun, der garantiert, dass Monat für Monat, Jahr für Jahr weniger Menschen zurückgelassen werden.

Mit zukunftspositiven Grüssen,

Dr. med. Beat Schaub, Präsident SIHO

Dr. med. Bruno Büchel, Vizepräsident SIHO